Hier findet ihr unsere Veröffentlichungen: Texte, Redebeiträge und mehr.
2025
Auf der Basis von Geschlecht
Text
Dass der Kapitalismus ein Geschlecht hat, ist fraglos. Sein grammatikalisches (männlich) und soziales (patriarchal) stimmen — bisher — überein. Aber benötigt er zwingend ein Geschlecht bzw. ein hierarchisches Geschlechterverhältnis? Kann eine kapitalistische Gesellschaft ohne Geschlechts-zuschreibungen funktionieren oder braucht sie die Dichotomien für den reibungslosen Ablauf?
2026
Auf dass euch der Ruf „Kondome, Spirale Linksradikale“ bis in eure Träume verfolgt!
redebeitrag
Hinter dem Charme des sächsischen Mittelgebirges verbirgt sich der wohl einflussreichste Lobby- Clan Sachsens. Ein Clan, der in der Mitte der Gesellschaft arbeitet: evangelikale Fundamentalisten im Schatten der Kirche, im Dunstkreis der CDU und der AFD.
Jedes Jahr dasselbe Bild: Eine Schar weißer Männer und Frauen, die mit ernster Miene durch die Straßen ziehen. Manche tragen Kreuze. Ihnen folgen, oft an der Hand geführt, Kinder, mitgeschleppt um früh indoktriniert zu werden.
2023
HINTER DEM RUF NACH FRIEDEN VERSTECKEN SICH DIE ANTISEMITEN
REDEBEITRAG aNLÄSSLICH DER DEMO „gEGEN ANTISEMITISMUS“ am 09.12.2023 in leipzig
Seit dem mörderischen Angriff auf Israel durch die Hamas am 07.10. finden deutschlandweit beinahe täglich antisemitische Kundgebungen und Demonstrationen statt. Auch in Leipzig. Zum Beispiel demonstrierten am 18. November etwa 700 Antisemit_innen vom Rabet zum Augustplatz. Es wird freepalestine skandiert und Israel eines Genozids bezichtigt. Auch Parolen wie from.the.river.to.the.sea werden in Leipzig an Häuserwände gesprüht. Diese spricht Israel das Existenzrecht ab und will den jüdischen Staat von der Landkarte streichen
2022
GEGEN DEN KIRCHENTAG 2022 – VON WEGEN NÄCHSTENLIEBE
Redebeitrag
Nächstenliebe ist euer Glaubensgrundsatz, ein grundlegendes Element eurer Praxis. Doch geht eure Liebe nicht weiter als eure eigene Vorstellung von Norm, Recht und Ordnung. Ihr widersprecht euch, wenn ihr Nächstenliebe predigt und gleichzeitig denjenigen die Liebe verweigert, die sich mehr Selbstbestimmung wünschen, die ihre Vorlieben und Identitäten ausleben und nicht
unterdrücken und hinter einer scheinheiligen Fassade verstecken wollen.
Eure Liebe hat keinen Raum für Abweichung und Diversität. Eure Nächstenliebe zieht eine Grenze, sobald Menschen aus eurer Norm ausbrechen. Sobald sie nicht den Traum einer traditionellen Kleinfamilie hegen. Eure „Liebe“ kotzt uns an!
2016
SAG MIR, WO DU STEHST
Dokumentation Diskussionsbeitrag
Lange Zeit galt Leipzig als Hochburg der israelsolidarischen Linken. Während es in den alten Bundesländern eine außerparlamentarische, altlinke, antiimperialistische Tradition gab, die sich traditionell gegen Israel richtete, war das in den sogenannten neuen Bundesländern – insbesondere in Leipzig – etwas anders. Ob das Fehlen der Alt-68er der einzige Grund war, sei dahingestellt, aber in Leipzig etablierte sich insbesondere während der zweiten Intifada rund um das Conne Island eine israelsolidarische Linke und eine israelsolidarische Antifa.
2007
ALLES TEIL DES SYSTEMS
Text
Das Geschlechterverhältnis war und ist Transformationen unterworfen, die Situation von Frauen hat sich verbessert und der soziale Handlungsrahmen für Männer erweitert, aber immer noch ist das Verhältnis ein hierarchisches. Schließlich haben gesellschaftliche Veränderungen zwar zu einer formellen Gleichbehandlung der Geschlechter z.B. bei den Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Politik geführt und inzwischen besteht auch für Frauen die Möglichkeit, in der Sphäre der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zu wirken, aber ökonomische, berufliche, soziale und private Geschlechterzuweisungen existieren weiterhin
2011
20 Jahre Nebenwiderspruch – Die Linke und der Feminismus
Dokumentation des Beitrags des AFBL zur Veranstaltung „20 Jahre Nebenwiderspruch“ am
29.09.2011 im Conne Island
Warum wird das Thema Feminismus in weiten Teilen der Linken nach wie vor mit spitzen Fingern angefasst? Diese Frage stand am Anfang der Überlegungen zu unserer Veranstaltung 20 Jahre Nebenwiderspruch – die Linke und der Feminismus. Wie kommt es, dass es kaum explizite schriftliche Äußerungen zu den Themen Antisexismus und Feminismus in der Leipziger Linken (im Umfeld des Conne Island) gibt? Wird das Thema nicht diskutiert? Oder gibt es Hemmschwellen, die eigenen Überlegungen zu veröffentlichen? Und wenn das der Fall ist, warum ist das so?
2012
F- UND ANTIFA
ZU GESCHLECHTERROLLEN UND (ALLTAGS-)SEXISMEN IN DER SZENE
Text, erschienen in: Antifa Kalender 2013
Es ist mal wieder Dienstagabend halb neun, eigentlich sollte das Plenum längst begonnen haben, aber wie das so ist, zieht sich der Beginn. Es wird geplaudert. Die Neuen in der Runde sind verunsichert, wissen nicht so recht woran sie sind, können nicht mitreden. Eingefahrene Gruppenstrukturen eben. Es ist eine komische Situation. Aber nicht nur durch das Neusein kann einer_m eine blöde Rolle in der Gruppe zugewiesen werden. (Alters-)Hierarchien und Coolness-Fragen spielen da häufig mit rein. Die einen schaffen es schneller in die Strukturen als andere. Aber warum? Die erwähnte Unsicherheit spielt bestimmt eine große Rolle. Selbstsicheres Auftreten wird gern gesehen, das sind die Leute, auf die man sich verlassen kann!
Nun, was hat das mit Geschlechterrollen und Stereotypenbildern in der Antifa zu tun? Nichts? Das wäre schön!
2007
DEUTSCHE UMTRIEBE
Einleitungstext Für die Broschüre zur Veranstaltungsreihe „Deutsche UMtriebe“ von Lea und AFBL
Nachdem Auschwitz grundsätzlich anerkannt ist und über die spezielle Verantwortung der Deutschen diskutiert wird, kommt es gerade in letzter Zeit zu einer verstärkten Thematisierung der „Leiden“ der Deutschen in und nach dem Krieg. Während früher nur Stimmen aus dem rechten Lager eine Anerkennung des angeblichen Unrechts gegen „Vertriebene“ forderten, ist sie heute gesellschaftlicher Konsens geworden. Wie das Volk der Täter_innen sich als Opfer stilisieren will, zeigt sich momentan im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig in der Ausstellung „Flucht, Vertreibung und Integration“ (1.12.06- 22.4.07) besonders deutlich.
2000
Warum wir von einer Überwachungsgesellschaft sprechen?
redebeitrag
Die heutige Demonstration führt an einer Vielzahl von Orten vorbei, die beispielhaft sind für ein Phänomen, welches sich wohl am besten im Begriff der Überwachungsgesellschaft wiederfindet. Drei Minuten von hier befindet sich der Leipziger Hauptbahnhof, dessen Management die Bilder von über hundert
privaten Kameras dem BGS bei seiner Jagd auf MigrantInnen zur Verfügung gestellt.
Brief aus Leipzig –
Kritik am diesjährigen Aufruf zur Demo gegen den größten deutschen Abschiebeknast in Büren
Text
Anders als im letzten Jahr haben wir uns in diesem Jahr entschieden, nicht zur bundesweiten Demo gegen Abschiebeknäste zu mobilisieren. Da das nicht (nur) aus Zeitgründen, der Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen oder mangelndem Engagement geschieht, haben wir unsere Kritik an der diesjährigen Vorbereitung und dem Aufruf formuliert und dem Vorbereitungskollektiv als Brief zugeschickt. Auch in diesem Jahr hätten Themen wie frauenspezifische Flucht- und Migrationsgründe, Verknüpfung von Rassismus und Sexismus (u.a. in der BRD/EU-„Asyl-“ und Abschiebepolitik) und deren Ignoranz innerhalb der linken/linksradikalen Szenen Teil der Vorbereitung und des Aufrufs sein können und sollen.
2005/2020
GEGEN DEUTSCHLAND – ÜBER DAS VERHÄLTNIS ZUR NATIONALEN BESONDERHEIT SOWIE ZUR BÜRGERLICHEN GESELLSCHAFT IM ALLGEMEINEN ALS MAẞGABE ANTIDEUTSCHER PRAXIS
Text, zuerst erschienen in Phase 2 :16, sommer 2005. überarbeitete version 2020 im cee ieh
Politische Gruppen müssen zwangsläufig ein Verhältnis zu dem Staat und der Gesellschaft entwickeln, in denen sie ihre Positionen veröffentlichen und agieren. Implizit geschieht dies ständig, in der Ablehnung bestimmter politischer Entscheidungen, durch Verweise auf anti-emanzipatorische Ideologien in der Bevölkerung oder Unmutsäußerungen wie »kill the nation«. Nun mag dies zunächst wie ein Allgemeinplatz klingen, da doch linke Politik, wenn sie kritisiert oder alternative Gesellschaftsformen proklamiert, aktuelle Zustände als Ausgangspunkt hat.
2004
Die neue Heimat Europa verraten!
Text von BgR Leipzig und AFBl
Der Tag der Landung der Alliierten in der Normandie, der sogenannte D-Day, jährt sich 2004 zum sechzigsten Mal. Bei den Feierlichkeiten gibt es in diesem Jahr ein Novum: erstmals ist ein deutsches Regierungsoberhaupt zu den zentralen Feierlichkeiten in die Normandie geladen. Es ist abzusehen, dass der Festakt unter Anwesenheit von Bush, Chirac, Blair und Schröder als „Rekonstruktion des Westens“ (J. Fischer) interpretiert werden wird. Die hierzulande mit großer Genugtuung aufgenommene Einladung des Bundeskanzlers durch den französischen Präsidenten demonstriert in erster Linie die übereinstimmende Interessenskonstellation zwischen Berlin und Paris. Sie ist Ausdruck des Bemühens beider Staaten, unter ihrem besonderen Einfluss eine europäische Großmacht durchzusetzen.